Aktuelles aus dem Gesundheitswesen

Hausarztmodelle der Krankenkassen

Nahezu alle Krankenkassen in Baden-Würtemberg bieten Ihren Versicherten spezielle Hausarztprogramme an. 4 000 000 Patienten haben sich bereits eingeschrieben. Die Programme sind auf die speziellen Bedürfnisse der hausärztlichen Versorgung und zum Vorteil der Versicherten zugeschnitten. Der Hausarzt übernimmt für sie die Lotsenfunktion durch das Gesundheitswesen, er koordiniert Ihre komplette Behandlung und verhindert unnötige Doppeluntersuchungen und Krankenhauseinweisungen und versucht Sie vor unnötigen oder sogar schädlichen medizinischen Maßnahmen zu schützen. Für die Versicherten bietet sich eine qualitativ verbesserte medizinische Versorgung. Der teilnehmende Hausarzt muss in standardisierten und strukturierten Weiterbildungen regelmäßig nachweisen, auf dem neuesten Stand zu sein. Dazu gehört auch in der Praxis eine qualitativ hochwertige Ausrüstung vorzuhalten und seine Behandlungsabläufe und Inhalte an den internationalen Erkenntnissen zu orientieren. Die Programme dienen auch der wissenschaftlichen, medizinischen und versorgungstechnischen Grundlage, zukünftig überhaupt noch Hausärzte vorhalten zu können. Mit dem Erlös werden auch Weiterbildungsprogramme, Nachwuchsausbildungsprogramme und Versorgunsforschungsprojekte (Forschung welche Behandlungstrategien und Maßnahmen, welche Untersuchungsmethoden und Techniken und welche appartiven und Laboruntersuchungen überhaupt zielführend sind für die Patienten) solidarisch mitfinanziert. Gerade im Forschungsbereich war bisher die Aufmerksamkeit auf Medikamente und deren Wirkungen konzentriert, sie hat für den Patienten in der Hausarztmedizin gar nicht so eine große Bedeutung, da es nicht nur um das Verschreiben von Pillen geht und gehen darf.  Die Strukturen, die mit den Hausarztprogrammen  geschaffen werden, sind auch eine wichtige Grundvorraussetzung, daß es zukünftig noch junge Ärzte gibt, die sich eine Tätigkeit als Hausarzt vorstellen können. Die Arztpraxen in Walzbachtal befürworten eine hausarztzentrierte Medizin und beteiligen sich an den Hausarztmodellen des Hausärzteverbandes mit inzwischen beinahe allen Krankenkassen. Wir raten Ihnen Ihren Hausarzt bei Beschwerden jeglicher Art als erste Anlaufadresse aufzusuchen. Viele Probleme können bereits bei der Erstkonsultation eingeschätzt und behandelt werden. Nur Ihr Hausarzt kennt Sie und Ihr Umfeld genau und kann mit diesem Wissen Ihrem Anliegen möglichst optimal begegnen. Gerne verweisen wir Sie bei schwerwiegenden Problemen oder dem Wunsch einer Zweiten Meinung an den zutreffenden Fachkollegen mit einem speziellen Untersuchungs- und Beurteilungs-Auftrag. In den Hausarztprogrammen bekommen Sie bei Facharztbesuchen schneller einen Termin und der Facharzt kann mit den Informationen, die wir Ihnen mitgeben, sehr viel präziser und zeitsparender Ihr Problem erarbeiten. Die Krankenkassen und die Politik haben, durch große Studien und Beispiele aus Nachbarländern, festgestellt, dass die hausarztzentrierte Medizin deutlich kostengünstiger, nebenwirkungsärmer und für den Patienten deutlich effizienter ist. Schreiben Sie sich deshalb in die Hausarztmodelle ein und fördern Sie damit diesen Weg der Gesundheitsversorgung und geben uns eine reele Chance weiterhin und zukünftig für Sie da zu sein.

Programme zur Betreuung chronisch Kranker (Disease Management Programs = DMP) der Krankenkassen (Curaplan)

Wir Ärzte in Walzbachtal nehmen an den Betreuungsprogrammen chronisch Kranker Menschen teil und befürworten diese Betreungsstrategie. Bisher können Patienten mit Typ 2-Diabetes mellitus, Patienten mit koronarer Herzerkrankung, Herzschwäche sowie  Patienten mit Asthma/COPD (Chronisch obstruktiver Lungenerkrankung) an diesen Programmen teilnehmen. Die Versorgungsqualität der teilnehmenden Patienten steigt nachweisbar und damit die Überlebenswahrscheinlichkeit sowie die Zeit ohne tragische Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall oder Asthmaanfälle. Patienten die in diese Programme eingeschrieben sind dürfen 2-4-mal pro Jahr an einem spezifischen Check teilnehmen. Sie dürfen an den entsprechenden Patientenschulungen teilnehmen und erhalten im Gegenzug Vergünstigungen Ihrer Krankenkassen. Patienten, mit chronischen Krankheiten, haben in diesen Betreuungsprogrammen nachgewiesenermaßen seltener Komplikationen, die zu Krankenhauseinweisungen führen, brauchen weniger Medikamente und gewinnen Lebenszeit und Lebensqualität. Deshalb möchten wir Sie werben im Interesse Ihrer Gesundheit an diesen Programmen teilzunehmen.

Quartalsbesuch von Patienten mit andauernder Medikamenteneinnahme

Die Krankenkassen haben zur Verbesserung der Versorgungsqualität und zur Abwendung von Komplikationen den Hausärzten nahe gelegt, alle Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen, einmal im Quartal zu einem Kurzgespräch in die ärztliche Sprechstunde einzuladen. Dazu wurden folgende Strukturen emppfohlen:

1 x im Quartal möchten wir sie in unsere Sprechstunde einladen. Wenn Sie im Vor- und/oder laufenden Quartal bisher keinen Arzttermin hatten, bekommen Sie Rezepte und Überweisungen nur bei oder nach einem Sprechstundentermin. In dringenden Fällen (Z.b. Gebietsarzttermin am selben Tag) bekommen Sie einen nachträglichen Termin für die Sprechstunde.

Nach aktueller Rechtslage  dürfen wir Arznei, Hilfs- und Heilmittel nur verordnen, wenn wir uns zeitnah (d.h. innerhalb dreier Monate) von der Notwendigkeit der (Weiter-)Verordnung eigenhändig überzeugt haben. D.h. wir möchten Sie gerne 1x im Quartal in der Praxis haben um solche Entscheidungen treffen zu können und wir (nicht der Krankengymnast, die Apotheke oder wer auch immer) müssen diese Entscheidung treffen und zwar nach den Gebot der Wirtschaftlichkeit: ausreichend, zweckmäßig und notwendig!
Dies macht Sinn, denn es geht gar nicht um den Preis, sondern dass Medikamente (auch KG und Hilfsmittel) Nebenwirkungen haben können, die aufgrund unserer Ausbildung nur wir Ärzte und nicht die sonstigen Leistungserbringer beurteilen können. Wenn mittlerweile mehr als 25 % der zu behandelnden Krankheiten die Folgen von vorausgehenden Behandlungen sind, dann muss sich etwas an der Behandlungssicherheit ändern und das passiert jetzt!  Ich hoffe Sie können diese Abläufe nachvollziehen und erlauben uns Ihre Betreuung in diesem Sinne zu optimieren. Bei fragen sprechen Sie  uns gerne an.