Naturheilkunde

Unter dem Begriff "Naturheilkunde" versteht man die Lehre von den Naturheilmitteln (beispielsweise Heilpflanzen) und den Naturheilverfahren (z.B. Bäderanwendungen, Wickel und Ernährungslehre). Ärzte, die sich im Rahmen ihre Facharztausbildung mit der Naturheilkunde vertraut machen, können die Zusatzbezeichnung "Naturheilverfahren" erlangen, die in der Weiterbildungsordnung für Ärzte konkretisiert ist. Behandlungskonzepte der sogenannten alternativen Medizin finden sich oft in der Naturheilkunde wieder, wobei zu den klassischen Naturheilverfahren z.B. folgende zählen: Atemtherapie, Entspannungsmethoden, Bäderheilkunde Ernährungstherapie und Fasten bzw. Heilfasten, Physiotherapie Sporttherapie sowie aktivierende Bewegungstherapie und schließlich verschiedene Formen der Wasseranwendung (z.B. Güsse, Teilbäder, Wickel, Dämpfe), die vom  „Wasserdoktor" Sebastian Kneipp weiterentwickelt und erprobt wurden. Im weiteren Sinne werden die Homöopathie, die Neuraltherapie und Entspannungstherapien (Hypnose) zu den naturheilkundlichen Verfahren gezählt.

Alternative- oder Schulmedizin?

Die Kombination macht's!

Die genannten Verfahren sind im Rahmen der wissenschaftlichen Grundlagenforschung gut untersucht und zeichnen sich im Wesentlichen durch Nebenwirkungsarmut oder -freiheit aus. Deshalb eignen sie sich häufig für die ergänzende Behandlung bei chronischen Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen. Die Betonung liegt hier auf: ergänzend!

Ein Beispiel für das wirkungsvolle Miteinander von klassischer Schulmedizin und Naturheilverfahren zeigt sich in der Behandlung der Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus). Die Behandlung mit Medikamenten oder Insulin ist dabei die wichtige und lebensnotwendige Basis aus der Schulmedizin. Die beiden anderen Säulen, nämlich die Ernährung und die Bewegung, sind als nahezu gleichberechtigt anzusehen und werden dem Bereich der naturgemäßenTherapie zugeordnet.

Auch die Migräne kann durch das Zusammenspiel von Schulmedizin und Naturheilkunde sinnvoll behandelt werden. Der Anfall selbst ist fast ausschließlich durch Schmerzmittel, brechreizhemmende Medikamente oder auch Kreislaufmittel zu behandeln. Wohingegen im schmerzfreien Intervall hauptsächlich Naturheilverfahren zur Anwendung kommen können. Hierbei haben sich gefäßtrainierende Maßnahmen, wie Wechselbäder, warme Nackengüsse nach Kneipp oder auch ein mildes Ausdauertraining bewährt. Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Muskelrelaxation nach Jacobsen können die Behandlung weiter unterstützen.

Naturheilverfahren können unter Anleitung eines erfahrenen Arztes oder einer Selbsthilfegruppe (z.B. Kneippverein) erlernt und anschließend in den Alltag integriert werden.

Das zweite Standbein der Naturheilkunde ist die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie). Im Jahr werden im Gesundheitswesen circa 2 Milliarden DM für pflanzliche Präparate ausgegeben. Die Phytotherapie ist eine naturwissenschaftlich prüfbare und begründbare Behandlungsmethode, in der die moderne Pharmakotherapie (Behandlung mit synthetischen Arzneimitteln) ihre Wurzeln hat.
Pflanzliche Präparate unterscheiden sich von anderen Medikamenten durch ein Spektrum an Wirkstoffen, die eine bestimmte Pflanze charakterisieren. Zumeist sind einer oder mehrere Hauptwirkstoffe bekannt, auf die das Medikament im Sinne der gleichbleibenden Qualitätssicherung standardisiert werden. Ein Beispiel sind die Extrakte des Weißdom. Das pflanzliche Präparat ist durch eine Vielzahl an herzwirksamen Inhaltsstoffen charakterisiert. Eine gute Wirksamkeit ist durch Studien gesichert Nebenwirkungen sind selten und harmlos und die Dosis muß nicht immer in einem bestimmten Bereich beibehalten werden damit keine Nebenwirkungen auftreten. Bei Digitalispräparaten, dem synthetischen Präparat, das aus den Inhaltsstoffen des Weißdom gefunden wurde ist die Wirksamkeit eventuell etwas stärker ausgeprägt. Das Präparat zeichnet sich allerdings ebenfalls durch mögliche Nebenwirkungen und eine enge therapeutische Breite aus, das heißt die Dosis muß in einem engen Bereich konstant beibehalten werden, damit keine ernsten Nebenwirkungen auftreten. So können für eine Reihe von Erkrankungen wie zum Beispiel: Fettstoffwechselstörungen, Bauchschmerzen, Regelschmerzen, Erkältungskrankheiten, Erkrankungen der Blase und der Prostata (Vorsteherdrüse) und Nervliche Erkrankungen (Angst, Schlaflosigkeit) gute Therapieerfolge mit pflanzlichen Präparaten erzielt werden. Fragen Sie uns nach Möglichkeiten der naturheilkundlichen Therapie in Ihrem speziellen Fall, bei vielen Erkrankungen werden wir von uns aus pflanzenheilkundliche Therapien vorschlagen.